Standort

Die älteste Brauerei Berlins ist heute ein Ort der Begegnung, des Lernens und der Kultur - BITS 21 auf historischem Grund

Von den Berlinern selbstverständlich Pfefferberg genannt und mit seinen Partys, Veranstaltungen, Ausstellungen und Festen seit vielen Jahren fest im Berliner Szeneleben verankert, ist die Geschichte des „Bergs“  eine spannende,
aber auch wenig bekannte.

 
Alles begann mit dem Bier…

1842 gründete der bayrische Braumeister Joseph Pfeffer vor den Toren Berlins eine Brauerei, deren Geschichte auch heute noch an den Gebäuden des Pfefferbergs lesbar ist – die Brauerei Pfefferberg Berlin. Das Bier wurde in dem bis dahin einzigen und zentralen Gebäude des Areals gebraut. Aber schon bald reichte der Platz für Lagerfässer, Produktionsstrecken und Pferdeställe nicht aus und es wurde gebaut und erweitert. So entstand ein Gebäudeensemble in typischer Industriearchitektur des 19. Jhd. mit 4 umschlossenen Höfen und einem Biergarten.


Und der Ort birgt einige Überraschungen…

Wussten Sie, dass sich unter dem südlichen Hof und den angrenzenden Gebäuden 2800qm Kelleranlagen mit 9 Meter hohen Tonnengewölben verbergen? Dass der Pfefferberg 1920-22 Sitz des Bürgermeisters vom Prenzlauer Berg war? Oder dass 1922 süße Düfte in den Pfefferberg zogen? - Die Schokoladenfabrik Hoffmann der Sarotti AG wurde mit ihrer Schokoladenproduktion ansässig.

In den 20-er Jahren boten unter den Arkaden viele kleine Läden ihre Waren rund um das alltägliche Leben feil und die Germania-Brotfabrik versorgte die Berliner mit den nötigen Backwaren.

Nach dem Krieg verlies hier jede Nacht druckfrisch das „Neue Deutschland“ – die auflagenstärkste Zeitschrift des DDR-Systems – die Druckerpresse. In den folgenden Jahren wurden die Gebäude vor allem als Lager und Abstellräume genutzt und waren dem Verfall ausgesetzt. Erst das 1988 entwickelte Konzept „Kulturfabrik Pfefferberg“ löste viele Umnutzungen der Gebäude aus und schuf die Grundlage für das bunte kulturelle Leben des Kulturstandorts Pfefferberg.


Der Pfefferberg heute…

ist aus der Klub- und Kulturszene nicht mehr weg zu denken. Unter dem Titel „Projekt Pfefferberg“ wird seit 2001 vom Pfefferwerk Verbund nicht nur saniert - der „Berg“ wächst mit seinen Galerien, mit Ausbildungsstätten, vielen engagierten Projekten, Ausstellungen und Veranstaltungen zu einem pulsierendem Kulturstandort, an dem tagsüber gearbeitet und geplant und abends Kultur genossen wird.

Nicht nur die verschiedenen „Festivals" wie „Pfeffer WorldDays“, das Percussionfestival „Les Tamboures de Berlin“, die Independentnächte als Forum junger Bands und das Flamencofestival machen den  Pfefferberg so populär, sondern seine urbane Mischung aus Szenetreffs, Kreativität und Gewerbe.

Bald kann man den Pfefferberg wieder in seiner ganzen Länge von der Schönhauser Allee bis zur Christinenstraße durchlaufen und sich der besonderen Geschichte dieses Ortes bewusst werden. Gewiss ist dann auch Zeit im Biergarten ein kühles Bier und den Schatten der Bäume zu genießen.